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  1. #1
    Mega krasses Mitglied Avatar von Bleifrei
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    Standard Digitaler 5.1 Sound – Rund um SPDIF, HDMI, DTS und Co.

    Digitaler 5.1 Sound – Rund um SPDIF, HDMI, DTS und Co.



    Mit dieser FAQ möchte ich das Phänomen des Stereo Sounds bei der Wiedergabe von Filmen und Spielen klären und Lösungsansätze geben um somit Fragen wie: „Warum höre ich nur Stereo, obwohl die DVD/ das Spiel 5.1 Sound hat?“ aus der Welt schaffen.
    Des weiteren gehe ich auf die Punkte HDMI-Sound und HD-Tonformate ein.

    Übersicht

    1. Grundlagen zur Soundübertragung per SPDIF
    2. Digitaler 5.1 Sound bei Filmen
    3. Digitaler 5.1 Sound bei Spielen
    4. HDMI: DDL und DTSC werden überflüssig!
    5. Dolby True HD und DTS-HD – Die Tücken des HD–Sounds
    6. Grafikkarten und das Geheimnis der Soundwiedergabe
    7. Linksammlung


    Falls Ihr einen der verwendeten Begriffe nicht kennt, werft einen Blick in das Glossar. Dort werden einige Begrifflichkeiten knapp erklärt.
    Solltet Ihr dort keine hinreichende Erklärung vorfinden, schickt mir bitte eine PN, damit ich den Eintrag verbessern bzw. ergänzen kann.


    1. Grundlagen zur Soundübertragung per SPDIF
    SPDIF hat eine beschränke Bandbreite:
    Daraus folgt, dass im unkomprimiertem Zustand (PCM Signal) nur Stereo möglich ist.

    Um 5.1/6 Kanal Sound übertragen zu können, müssen deshalb die Kanäle zu einem DTS oder Dolby Digital Signal komprimiert sein/werden.

    Dieses Signal erkennt der AV-Receiver/die Decoder Station dann und "entpackt" die 6 Kanäle wiederum, um die unkomprimierten Signale weiterverarbeiten und schließlich als Ton ausgeben zu können.


    2. Digitaler 5.1 Sound bei Filmen
    Warum höre ich trotz DD nur Stereo-Sound?

    Spielst Du mit einem Softwareplayer eine mp3-Datei ab, wird diese von einem mp3-Decoder in ein PCM Signal umgewandelt und an den Receiver geschickt.

    Wird nun eine DD oder DTS-Tonspur eines Films abgespielt, passiert genau das gleiche.

    Nun haben wir aber 6 unkomprimierte Kanäle. Da diese aufgrund der Datenmenge nicht durch das Kabel passen, werden nur die zwei Front Kanäle bzw. ein Stereo Downmix zum AV-Receiver übertragen und ausgegeben.

    Was also tun dagegen?

    Das Zauberwort heißt „Pass-Through“.
    Anstatt die ac3- oder DTS-Tonspur zu dekodieren, wird sie einfach direkt an den AV-Receiver geschickt/durchgeleitet (= Pass-Through), welcher nun durch den entsprechenden DD- oder DTS-Decoder das ankommende Signal in die einzelnen Kanäle umwandelt.
    Der PC hat also keinen Einfluss auf das Signal/die Tonspur.
    Ergebnis: Man hört 5.1 Sound und auf dem Display wird das DD- oder DTS-Symbol angezeigt.

    Nun, wie bekommt man das hin?

    Ganz einfach! Man muss den Audio - Decoder der Software übergehen bzw. dem Player sagen, dass er den Ton nicht decodieren soll, sondern ihn einfach über den digitalen Ausgang zum AV-Receiver durchschleifen soll.

    Das geht bei verschiedenen Programmen auf unterschiedliche Art und Weise.
    Wie genau, könnt ihr hier sehen:

    Cyberlink PowerDVD
    ArcSoft TotalMedia Theatre
    Windows Media Player 12
    VLC media player
    MPC-HC (Media Player Classic Home Cinema)


    3. Digitaler 5.1 Sound bei Spielen
    Da der Sound von Spielen während der Laufzeit des Spiels berechnet wird, ist der Ton als unkomprimierter Multichannel-PCM Signal vorhanden.
    Da diese 6 unkomprimierten Kanäle, wie schon oben im Text erläutert, nicht durch das Kabel passen, hat man auch hier nur Stereo Sound.
    Die Überlegung ist nun ganz einfach:
    Wenn der Ton in Echtzeit erzeugt wird, warum ihn dann nicht auch in Echtzeit komprimieren?

    Und genau dafür sind die Echtzeit-Encoder DDL (Dolby Digital Live) und DTSC (DTS Connect) da.
    Sie erzeugen, wie der Name bereits vermuten lässt, aus dem Multichannel-PCM ein DD- bzw. ein DTS-Signal. Dieses Signal wird dann direkt über den digitalen Ausgang zum AV-Receiver geschickt. Im Vergleich zu Pass-Through hat dabei die Soundkarte sehr wohl klangliche Auswirkungen auf den Sound, da die für die analoge Ausgabe bestimmten Signale erst vor der der D/A-Umwandlung abgegriffen werden, um komprimiert per Digitalausgang verschickt zu werden. Zwar hat die Qualität der D/A-Wandler dadurch keine Auswirkungen auf den Sound, dafür aber diverse Zusatzeffekte wie der Equalizer, Up bzw. Downmixeinstellung (z.B. CMSS-3D) und EAX.
    Wichtig: Die analogen Ausgänge müssen als Wiedergabegerät ausgewählt werden.

    Wermutstropfen:
    Auf Grund der Komprimierung leidet die Qualität (nicht unbedingt hörbar) und durch den zusätzlichen Arbeitsschritt hat der Ton eine minimale Verzögerung (hörbar bei direktem Vergleich zwischen Headset (analog) und DD oder DTS per Soundsystem).

    Wo bekomme ich DDL oder DTSC her?

    Die zwei Encoder sind in den meisten Fällen bereits im Lieferumfang der Soundkarten enthalten.
    So z.B.:

    Creative Sound Blaster X-Fi Titanium Serie
    Creative Sound Blaster X-Fi PCI Karten (manche, außer Xtreme Audio)
    Creative Sound Blaster Recon3D
    AuzenTech X-Fi Karten
    ASUS Xonar Karten
    Manche Realtek Onboard Soundchips (siehe Boardinfos auf Mainboardherstellerseite)

    Bei PCI-X-Fi Karten von Creative kann DDL und DTSC nachgekauft werden.


    4. HDMI: DDL und DTSC werden überflüssig!
    Die HDMI- Schnittstelle bietet genug Bandbreite, um gleichzeitig Bild und unkomprimierten Ton mit bis zu 7.1 Sound (Multichannel PCM) zu übertragen.

    Somit ist es bei Filmen nicht weiter schlimm, wenn der Softwareplayer das DD-Signal dekodiert, denn es kommt auch unkomprimiert 5.1 Sound an.
    Bei Spielen werden DDL und DTSC überflüssig. Denn ohne die Encoder ist sogar bis zu 7.1 Sound möglich.
    Des weiteren unterstützt nur HDMI (ab 1.3) die neuen HD-Soundformate Dolby TrueHD und DTS-HD.

    Wie bekomme ich HDMI-Sound aus meinem PC?

    Es gibt aktuell folgende Möglichkeiten, “echten“ HDMI-Sound zu nutzen, welcher die SPDIF-Fähigkeiten ( Stereo-PCM, DD & DTS) übersteigt:


    Grafik-“Sound“-Karten:

    Grafik-“Sound“-Karten 7.1 LPCM Dolby True HD/DTS-HD 3D/HDMI 1.4a
    AMD/ATI Radeon …
    HD 4xxx Serie
    *
    x
    x
    HD 5xxx Serie
    x
    HD 6xxx/7xxx Serie
    Nvidia Geforce …
    210, GT 220 / 240
    x
    x
    GTX 465 / 470 / 480
    x
    GTX 460 / 450, GT 430 / 420
    GT 520, GTX 550 Ti, GTX 560 Ti
    GTX 590/580/570
    x
    GTX 6x0

    *Es wird ein passendes Mainboard mit HDMI Ausgang benötigt.
    Hinweis!: Sollte die Grafikkarte keinen HDMI-Ausgang bieten, kann man den beiliegenden DVI-HDMI Adapter verwenden.
    Sound wird nur ausgegeben, wenn gleichzeitig auch Bild übertragen wird.
    Sollten AV-Receiver und der Monitor an unterschiedlichen Ausgängen der Grafikkarten angeschlossen sein, so muss man den Bildschirm erweitern bzw. klonen, damit auf beiden Ausgängen ein Bildsignal ausgegeben wird.


    Onboard-Grafik-Sound-Chipsätze:

    Onboard-Grafik-Sound 7.1 LPCM Dolby True HD/DTS-HD 3D/HDMI 1.4a
    NVIDIA GeForce 8200/8300
    *
    x
    x
    Intel G965/G35/G45
    *
    x
    x
    Intel Clarkdale CPU ₁, ₂

    x
    Intel SandyBridge CPU ₁, ₂
    Intel IvyBridge CPU ₁
    AMD: siehe Grafikkarten

    Hinweis!:
    ₁ Um den HDMI-Ausgang des Mainboards auch für die Soundausgabe nutzen zu können, muss die Onboardgrafikkarte genutzt werden.
    ₂ 24p-Bug


    Dezidierte Soundkarten:

    dezidierte Soundkarten 7.1 LPCM Dolby True HD/DTS-HD 3D/HDMI 1.4a
    Auzen X-Fi HomeTheater HD
    x
    Asus Xonar HDAV1.3 (Slim)

    x

    Hinweis!: Bei beiden Karten ist (noch) eine Verbindung zur Grafikkarte nötig, da der Sound nur gleichzeitig mit einem Bildsignal ausgegeben wird. Sollten die Soundkarte und der Monitor an unterschiedlichen Ausgängen der Grafikkarten angeschlossen sein, so muss man den Bildschirm erweitern bzw. klonen, damit auf beiden Ausgängen ein Bildsignal ausgegeben wird.


    5. Dolby True HD und DTS-HD – Die Tücken des HD–Sounds
    Es klingt so einfach, als würde man einen SPDIF - Anschluss nutzen. Man legt eine Blu Ray Disc ins Laufwerk ein, konfiguriert seinen Lieblingssoftwareplayer für die Bitstream-Weiterleitung (=Pass- Through), drückt auf den Play Button und schon sieht man ein gestochen scharfes Bild auf dem Bildschirm und hört kristallklaren HD–Sound aus der teuren Surround-Sound-Anlage.

    Leider sieht die Realität ganz anders aus.
    Hier gibt es ein ein paar Punkte, die einem netten Filmabend entgegen stehen könnten.

    Dass die HD-Tonformate auf Grund der höheren Bandbreite nur per HDMI-Anschluss übertragen werden können, sollte jedem klar sein.
    So braucht man einen HDMI Ausgang am PC, um das Signal auszugeben, sowie auch am AV-Receiver einen HDMI-Eingang, um das Signal zu empfangen.
    Dass HDMI nicht gleich HDMI ist, wird man aber spätestens feststellen, wenn das Abspielen nicht funktioniert.

    Folgende Punkte müssen für die Bitstreamnutzung erfüllt werden:

    1. HDMI (ab 1.3) + Protected Audio Path müssen unterstützt werden
    2. Man muss einen AV-Receiver besitzen, der HDMI-Eingänge (ab 1.3) besitzt und die HD-Tonformate unterstützt.
    Nicht direkt mit dem Ton zusammenhängend, sondern eher mit dem Blu Ray Kopierschutz:
    3. Zu der Sound-Hardware muss ein passender Softwareplayer existieren


    6. Grafikkarten und das Geheimnis der Soundwiedergabe
    Nun denken sich sicher viele: „Super, meine Grafikkarte hat doch (über Adapter) einen HDMI Ausgang. Kabel rein, AV-Receiver anschließen und los geht’ s!“
    Doch so einfach ist es nicht, es gibt viele Unterschiede zwischen den verschiedenen Grafikkarten.

    DVI-Anschluss und der Ton
    Generell sollte erst mal festgehalten werden, dass der DVI-Anschluss eigentlich nicht für die Tonübertragung vorgesehen ist. Dennoch kann bei vielen Grafikkarten mittels eines (meist der Karte beigelegten) proprietären DVI-HDMI Adapter ein soundfähiger HDMI-Ausgang erzeugt werden, und zwar nur mit diesem. Mit einem gekauften DVI zu HDMI-Kabel funktioniert die Tonübertragung nicht.


    Diskrete Grafikkarten

    → Fangen wir bei Nvidia Karten an:
    Was als eine lieblose Umsetzung der Soundunterstützung begann, mausert sich mittlerweile zu einem brauchbaren Ergebnis.
    Angefangen hat die Soundunterstützung mit der Geforce 8 auf G92 Basis. Aber statt eines echten Soundchips, bot und bietet diese Karte bis hin zur Geforce 200 Serie lediglich die Möglichkeit, den Sound einer bereits vorhandenen Soundkarte über ein internes SPDIF-Kabel an den HDMI Ausgang durchzuschleifen. Somit unterliegt dieser „HDMI-Sound“ den gleichen Einschränkungen wie ein SPDIF-Ausgang, weshalb hier noch nicht mal die Nutzung von 7.1 PCM Sound möglich ist und der Anschluss somit nur für Stereo-Sound über die TV- Lautsprecher brauchbar ist.
    Doch selbst das ist nicht ohne weiteres möglich.
    Denn ein solcher interner SPDIF-Anschluss gehört nicht gerade zum Standardrepertoire von Mainboards und Soundkarten. Auch das Verbindungskabel liegt meistens nicht der Grafikkarte bei. Deutliche Verbesserungen der Soundunterstützung wurden mit den neuen Einsteigerkarten G 210, GT 220 und GT 240 realisiert. Diese kamen mit eigenem Soundchip daher, was ihnen die Wiedergabe von bis zu 7.1 PCM-Sound ermöglicht. Zwar bleibt den Karten auf Grund der fehlenden PAP-Unterstützung die Wiedergabe von Dolby True HD und DTS-HD als Bitstream verwehrt. Allerdings ist die Ausgabe des dekodierten Multichannel PCM Signals möglich, welches keinerlei Qualitätsunterschiede zu den HD-Formarten aufweist.
    Mittlerweile ist die Soundunterstützung auch im High-End-Bereich von Nvidia wiederzufinden. Die Geforce GTX 4xx erbt die Soundunterstützung der G210 und Co.
    Doch es gibt eine löbliche Ausnahme: Die GeForce GTX 460.
    Mit dem Erscheinen des Geforce-Treibers 260.89 beherrscht diese das Bitstreaming der HD-Tonformate. Damit ist Nvidia die letzte Fraktion, die nach Rot und Blau dieses Feature bietet. Darüber hinaus kann sich die GeForce GTX 460 dank HDMI 1.4a sogar kurzzeitig von der Konkurrenz absetzen durch die Ermöglichung von HD-Bitstreaming bei gleichzeitiger Übertragung eines Full HD 3D Bildes.
    Trotzdem besteht bei Nvidia noch Besserungsbedarf, denn das High-End- Segment hinken noch hinterher.
    Mit der 500er-Serie ändert sich das Bild kaum. Der High-End Riege mit GF110 (GTX 570/580) bleibt weiterhin Bitstreaming verwehrt.
    Bei der 600er-Serie beherrschen vorerst auch die High-End Modelle HD Bitstreaming. Vorerst deshalb, weil selbst die GTX 680 “nur” ein GK104 Chip ist und nicht die volle Ausbaustufe GK110.

    → Kommen wir zu ATI:
    Hier kann man eine regelrechte Evolution bei der HDMI-Soundunterstützung erkennen.
    Mit der Radeon HD Serie fing alles an.

    Die Radeon HD 2000-Serie (und später die Radeon HD 3000-Serie) besaß als erste ATI-Karte einen eigenen Audio-Controller, sodass diese in der Lage war, mit der SPDIF-Beschränkung Sound wiederzugeben. Mit Stereo PCM, DD und DTS eignet sich die Karte somit für DVD-Filme und Musik. Für Spiele mit 5.1 Sound reicht sie allerdings nicht.
    Die Radeon HD 4000-Serie kommt mit einem integrierten Soundchip und HDMI 1.2 daher, weshalb die Wiedergabe von 8 PCM Kanälen möglich ist. Die Wiedergabe von Dolby True HD und DTS-HD als Bitstream bleibt der Serie verwehrt. Es ist lediglich die Ausgabe des dekodierten Multichannel PCM Signals möglich, welches allerdings auf Grund des Kopierschutzes auf 48kHz/16bit herunter gerechnet werden muss, wodurch ein gewisser Qualitätsverlust entsteht. Somit eignet sich die Karte für DVD-Filme wie auch für Spiele mit 7.1 Sound.

    ATI Radeon HD 5000-Serie – Der Heilbringer
    Nun endlich ist es wahr geworden. Nach langem Warten ist die Möglichkeit gegeben, Dolby True HD und DTS-HD per Grafikkarte genießen zu können. Mit der HD 5000er Serie unterstützen die Karten nun HDMI 1.3 und PAP (Protected Audio Path), was es endlich bewerkstelligt, den HD-Sound durchzuschleifen, ohne dass der Kopierschutz dazwischen funkt.

    Mit der Radeon HD 6000-Serie bringt AMD/ATI seine Karten auf dem neusten Stand der Technik und integriert das, was es bei der Entwicklung der HD 5000-Serie noch nicht gab: HDMI 1.4a
    Damit schließt die HD 6000-Serie mit der GeForce GTX 460 gleich auf und ermöglicht HD-Bitstreaming bei gleichzeitigem Full HD 3D Bild. Die HD 7000-Serie hat keine Neuerung in petto.


    Onboardgrafik
    Intel war der Vorreiter in Sachen HDMI-Audio und ist auch weiterhin die Spitze im „Onboard“-Segment. So war bei Intel schon ab dem G965 Chipsatz die Ausgabe bzw. Weiterleitung von bis zu 7.1 PCM-Sound möglich. Auch NVIDIA zog nach und bot ab der GeForce 8200 7.1 Sound an. Nur AMD blieb „ironischerweise“ hinterher und bildet bis heute mit seinen Onboardlösungen, die weiterhin nur die SPDIF-Soundfeatures bieten, das Schlusslicht. Mit einem Blick auf AMDs diskrete Grafiklösungen lässt sich allerdings erahnen, dass sich AMD mit kommenden Onboardlösungen auf Radeon 5000 Basis wieder an die Spitze katapultieren könnte.
    Zum Bitstreaming der HD-Tonformte sind diese Onboard-Lösungen aber alle nicht fähig.

    Intel Clarkdale – Der All-in-One-Prozessor
    Nachdem ATI auf dem Grafikkartenmarkt mit HD-Bitstreaming fähigen Karten vorlegte, zog Intel mit seinen Clarkdale CPUs, welche das gleiche Soundfeature-Repertoire wie die Radeon HD 5000-Serie besitzen, auf dem Onboard-Markt nach. Wobei Onboard in diesem Fall eigentlich das falsche Wort ist. Schließlich geht Intel hier einen neuen Weg und die Grafikeinheit mit dem dazugehörigen Soundchip befindet sich nicht wie bisher auf dem Mainboard, sondern sie ist in den Prozessor integriert. Dies hat zur Folge, dass auch ein spezielles Mainboard (namentlich Intel H55/H57/Q57) von Nöten ist, welches den nötigen HDMI Ausgang bietet, da am Prozessor direkt verständlicherweise keine Anschlüsse vorhanden sind. Daraus resultiert aber wiederum, dass bei der Nutzung einer Clarkdale CPU und eines anderen Mainboards die Grafik- und Soundeinheit brach liegt und nicht genutzt werden kann, als auch, dass bei der Nutzung eines anderen Prozessors und einem Intel H55/H57/Q57 Board die Anschlüsse ohne Funktion sind.

    Als logische Konsequenz des neuen HDMI 1.4 Standards unterstützt Intels neue Prozessorgeneration Sandy Bridge nun auch die 3D Wiedergabe in Full HD, nachdem AMD und Nvidia dies (mit Ausnahmen) bei ihren neusten Grafikkartengenerationen bereits implementiert haben.
    Mit Ivybridge hat Intel die 24p Problematik gelöst. Damit sind die CPUs nun voll HTPC-tauglich.

    Blu-Ray-Softwareeinschränkung

    Generell gilt: Blu-Ray Discs lassen sich aufgrund von Kopierschutz und Co. nur mit lizenzierter Software abspielen, die zuvor käuflich erworben werden muss. Wer Freeware sucht, wird enttäuscht.
    Bei den HD Tonformaten wird die Softwareplayerwahl noch mehr eingeschränkt.
    Die Bitstream-Ausgabe ist für jede Soundhardware nur mit bestimmter Software möglich. Die Player sind dann auf die jeweilige Hardware abgestimmt.

    So setzt die ASUS Xonar HDAV1.3 auf den Player ArcSoft TotalMedia Theatre, während die AuzenTech X-Fi HomeTheater HD auf Cyberlink PowerDVD setzt. Die ATI-Karten werden mittlerweile von Cyberlink PowerDVD sowie ArcSoft TotalMedia Theatre durch einen Patch unterstützt. Die Unterstützung durch Corel WinDVD9 ist momentan noch in Arbeit.
    Intel's Clarkdales werden momentan von ArcSoft TotalMedia Theatre sowie von PowerDVD unterstützt. Zu guter Letzt wird die GTX 460 nun auch von PowerDVD unterstützt.

    Das Ende der HDMI-Soundkarten?

    Mittlerweise hat sich klar abgezeichnet, dass HDMI-Soundkarten nach der ersten Generation aussterben werden. Technisch sind die Lösungen von ASUS und Auzentech schon veraltet und kosten dabei noch viel zu viel.
    Schließlich kosten deren Lösungen 140€ (ASUS Xonar HDAV1.3 (Slim) inkl. ArcSoft TotalMedia Theatre) bzw. 260€ ( AuzenTech X-Fi HomeTheater HD + Cyberlink PowerDVD Ultra) und bei ATI, Nvidia und Intel bekommt man die Soundkarte für lau (+ 60€ bis 100€ für Softwareplayer).
    Ja, man hat sogar meist die Auswahl zwischen mehreren Softwarepayern und man spart sich das Verbindungskabel zur Grafikkarte, welches bei den Soundkarten nötig ist.


    Linksammlung zum Thema:
    Anandtech: Understanding 8-channel LPCM over HDMI: Why it Matters and Who Supports it (engl.)
    Anandtech: Test HD 5870: 8-channel LPCM, TrueHD & DTS-HD MA Bitstreaming (engl.)
    HT4U.NET: Multimedia: Sound auf der Grafikkarte?
    Tom's Hardware: ATI Radeon 5870 Test: Ersetzt die Grafikkarte die Soundkarte im HTPC?
    Tom's Hardware: ATI Radeon 57X0 Test: TrueHD/DTS-HD Bitstreaming: Jetzt Geht's!
    HT4U.NET: News: PowerDVD-9-Patch bringt HD-Audio-Bitstreaming für Radeon HD-5000-Serie
    Anleitung zum Bitstreaming in PowerDVD (engl.)
    Creative Forum: Digital Connections, SPDIF and Dolby Digital Info (engl.)
    HT4U.NET: CPU und Grafikeinheit vereint - Intel Core i5 "Clarkdale" im Test: Heimkino-Fans aufgepasst: HD-Video + HD-Audio
    Intel Blog: HDMI Audio: Intel's Biggest Little Secret In Home Theater PCs (engl.)
    Tom's Hardware: AMDs 785G-Chipsatz: Features für den Home-Theater-PC
    Anandtech: Clarkdale: The Perfect Home Theater PC (engl.)
    TweakTown: ATI Radeon HD 5000 Series Blu-ray HD Audio Bitstream Guide (engl.)
    Legit: ATI Radeon HD 5870 Bitstream Audio Testing (engl.)
    zusammen.de: Werden wir beim HD-Sound alle nur verarscht?


    Ihr könnt mithelfen, diese FAQ zu erweitern und zu verbessern.
    Folgende Themen würde ich gerne mit aufnehmen (mangels Informationen/Kenntnissen ist es mir aber nicht möglich):
    • PAP(Protected Audio Path)
    • Bitgenaue Übertragung/Reclock
    • Pass-Through-Einstellungen für weitere Softwareplayer

    Natürlich ist auch konstruktive Kritik zum Inhalt und zur Struktur erwünscht. Schreibt mir einfach eine PN.


    Abschließend möchte ich mich noch bei folgenden Usern für ihre Unterstützung bedanken: Leander, Secret_3des, Maskulin

    © Bleifrei





    Updatehistory:

    08.07.12: neue Karten aufgenommen und Korrekturen
    15.04.11: Korrekturen und Ergänzungen
    09.02.11: GTX 5xx aufgenommen
    05.01.11: Sandy Bridge aufgenommen/Link hinzugefügt
    26.10.10: GTX 4xx und HD6xxx aufgenommen
    04.07.10: Veröffentlichung im Hardwareboard: viele Updates/Umstrukturierung
    11.03.10: Update Bitstreaming-Softwareunterstützung
    31.01.10: Korrektur AMD Onboard Sound/Links hinzugefügt
    11.01.10: Intel Clarkdale aufgenommen → Textupdate
    06.01.10: Korrektur Radeon HD 2/3xxx
    10.12.09: Link hinzugefügt
    27.11.09: PowerDVD-Patch released → Textupdate, Links ergänzt
    23.11.09: Kleine Verbesserungen/PowerDVD-Veröffentlichungsdatum ergänzt
    20.11.09: Links hinzugefügt
    18.11.09: Beginn der Updatehistory/Nvidia-Karten ergänzt
    Geändert von Bleifrei (08.07.2012 um 13:18 Uhr) Grund: Update

  2. #2
    Mega krasses Mitglied Avatar von Bleifrei
    Registriert seit
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    Beiträge
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    Standard

    Cyberlink PowerDVD

    1. PowerDVD starten
    2. Rechtsklick → Konfiguration → Audio
    3. „Lautsprecher-Umgebung“ auf „SPDIF verwenden“ umstellen
    4. OK
    5. Fertig!




    ArcSoft TotalMedia Theatre

    1. TotalMedia starten
    2. Rechtsklick → Settings → Audio
    3. „Output Mode“ auf „S/PDIF“ umstellen
    4. OK
    5. TotalMedia neustarten
    6. Fertig!



    Hinweis: Der digitale Ausgang muss unter Windows als Standardausgabegerät ausgewählt sein.


    Windows Media Player 12

    1. WMP starten
    2. oben bei den Menüleisten: Rechtsklick → Extras → Optionen... → Geräte
    3. „Lautsprecher“ anwählen und dann auf „Eigenschaften“ klicken
    4. Das Audiogerät auswählen: auf „SPDIF-Out“ umschalten
    5. Übernehmen + OK + WMP neustarten
    6. Fertig!



    Alternative:
    1. Den digitalen Ausgang unter Windows als Standardausgabegerät auswählen
    2. Fertig!


    VLC media player

    1. VLC-Player starten
    2. Extras → Einstellungen ([STRG+P]) öffnen.
    3. Links unten: „Einstellungen anzeigen“ auf „alle“ stellen
    4. Unter Audio → Ausgabemodule: Ausgabemodul auf Win32 waveOut umstellen
    5. Speichern
    6. Einen Film mit DD oder DTS-Tonspur starten
    7. Im VLC Hauptfenster: Unter Audio → Audiogerät "A/52 over S/PDIF" wählen
    8. Fertig!

    Alternative nach Schritt 4: Standardmäßige Aktivierung von Pass-Through bei 5.1 Material!
    5. Unter Audio „S/PDIF verwenden, wenn verfügbar“ aktivieren.
    6. Speichern
    7. Fertig!






    MPC-HC (Media Player Classic Home Cinema)

    1. MPC-HC starten
    2. Ansicht → Optionen... → Interne Filter → Decoder-Filter
    3. Doppelklick auf AC3 oder DTS
    4. SPDIF auswählen
    5. Speichern („Übernehmen“)
    6. MPC-HC neustarten
    7. Fertig!



    Hinweis: Der digitale Ausgang muss unter Windows als Standardausgabegerät ausgewählt sein.

  3. #3
    Neuling
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    Standard

    Hallo Bleifrei,
    zu allererst möchte ich Dir sagen, das ich es echt mal sher cool finde, das sich mal endlich jemand nen richtigen Kopf gemacht hat über das Phänomen
    HD Sound aus einem PC! Hast Dir echt Mühe gegeben und sehr ausführlich beschrieben, TOP!!

    Aber bei einer Sache muß ich dann doch nochmal meinen Senf dazu geben, denn:

    Ich besitze ja nun schon ein par Jahre eine ATI Radeon 4870 Toxic. Und 1. kann die gesamte 4000er Serie HDMI-1.3! Und 2. HD Audio Formate wie Dolby True HD und DTS-HD sind sehr wohl möglich und werden auf dem Display meines Onkyo TX-SR607 angezeigt! Auch in Wiedergabegeräte/Eigenschaften werden mir die HD
    Formate angezeigt und die Karte spuckt HD-Sound in 24bit und bis zu 192000HZ in meinen AVR! Ich geb zu das ich laaaange gebraucht habe, bis ich endlich
    diese Audio Formate auf meinem AVR zu sehen bekam ;-) Und immerhin wirbt SAPPHIRE ja auf deren HP damit das die Karten das können. Eigentlich soll ja sogar
    DTS-HD Master Audio möglich sein, aber da bin ich auch noch nicht weiter als beim digitalen Rauschen.

    MFG
    kreutzfeldjacob

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