Startseite Startseite » News » OCZ – SSDs 30% günstiger dank neuen Speicherchips


OCZ – SSDs 30% günstiger dank neuen Speicherchips

Anzeige:

SSDs sind grundsätzlich eine tolle Sache, denn sie beschleunigen den derzeitig noch langsamsten Vorgang in einem Computer immens. Das Lesen und Schreiben von Daten in einen festen Speicher hinein.

Das große Problem an den neuen Speichermedien liegt aber vor allem im Preis.
Nicht jeder ist dazu geneigt über 100€ für 120GB Speicher zu bezahlen, wenn er bereits die zehn fache Speichermenge bei einer herkömmlichen Festplatte bereits für fast ein Drittel des Preises bekommt.

Abhilfe will OCZ nun dadurch schaffen, dass man neue Speicherchips verbaut, welche mehr Zustände pro Zelle speichern können.
Bei den momentan, im Endverbraucher Markt sehr beliebten, MLC Speicherchips ist es möglich pro Speicherzelle  2 Bit, also vier Zustände zu speichern.
Gegenüber den SLC-Chips, auf denen sich pro Zelle nur zwei Zustände speichern lassen ist das also eine Erhöhung der speicherbaren Daten um das Doppelte.

Diesen Trick verwendet man nun noch einmal bei den TLC (Three Layer Cell) Speicherchips, die OCZ bei günstigen SSDs nun verbauen will.
Statt den 2 Bit bei MLC stehen nun 3 Bit pro Zelle zur Verfügung, also 8 speicherbare Zustände.
Dadurch kann erneut eine Verdopplung des verwendeten Speichers erreicht werden gegenüber MLC-Chips.

Das Problem bei der Sache ist allerdings, dass sich Flash-Speicherzellen mit der Anzahl der Schreibvorgänge immer mehr abnutzen und es somit auch schwieriger wird die einzelnen Speicherzustände von einander zu unterscheiden.
Während es bei den zwei Zuständen einer SLC Zelle noch relativ leicht geht, ist es bei den vier  Zuständen von MLC-Chips schon deutlich schwerer, bei TLC noch einmal.
Daher sinkt die zu erwartende Lebenszeit der Chips deutlich.
Während man bei SLC-Chips noch von ca. 100.000 Schreibvörgängen ausgehen kann, sind es bei MLC noch 10.000, bei TLC nur 5.000 bis die Zuverlässigkeit der Speicherzelle als ungewiss eigestuft wird.
Das entspricht also einer Halbierung der Lebenserwartung gegenüber einer handelsüblich SSD mit MLC-Chips.
Außerdem wird, je komplexer die Daten pro Zelle gespeichert werden, mehr Zeit benötigt um sie zu Lesen oder neue Daten zu Schreiben, was die Lese- und Schreibgeschwindigkeit entsprechender SSDs noch einmal deutlich senken dürfte.

Erste TLC SSDs will OCZ bereits Anfang 2012 für Endverbraucher auf den Markt bringen.
Die neuen Speichermedien sollen dann etwa 30% günstiger zu fertigen sein, als ihre MLC Konkurrenten.
Enterprise Modelle sollen dann Ende 2012 folgen.
Zu genauen Preisen und Bezeichnungen so wie der zu erwartenden Geschwindigkeit der neuen SSDs machte OCZ jedoch noch keine Angaben.

Ob es allerdings einen großen Andrang auf die neuen SSDs geben wird bleibt abzuwarten, denn ca. 80€ für eine 120GB große SSD ist immer noch nicht wenig und die um die Hälfte gesunkene Lebenszeit und geringere Geschwindigkeit wird durch die 30% Ersparnis in der Produktion wohl nur bedingt kompensiert, immer unter der Voraussetzung, dass OCZ den Kostenvorteil 1:1 an die Verbraucher weiterreicht.

Quelle:
  • winfuture.de