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PC Sicherheit – Freeware oder Bezahlprogramme?

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Virenscanner & Firewalls

1. Firewall

Hier unterscheidet man in 2 großen Typen. Die Softwarebasierte Firewall (meißt nach Listenverfahren) und die Hardwarebasierte Firewall (manche nForce Chips und viele Router).

Eine Softwarefirewall setzt sich quasi vor Windows und analysiert den gesamten ein und ausgehenden Datenverkehr. Jedes Paket das den Rechner betreten will, oder ihn verlassen will, wird nach bestehenden Regeln analysiert und gegebenenfalls geblockt oder der User wird nach einer Entscheidung gefragt.
So weit, so gut, aber die Softwarefirewall hat gravierende Schwächen.

  1. Sie benutzt Ressourcen des Rechners
  2. Sie ist darauf angewiesen ständig via Updates auf dem neuesten Stand gehalten zu werden
  3. Sie ist anfällig für wirkliche Angriffe. Teilweise kann ein DoS (Denial of service Attack), weiterführend ein DDos Angriff den gesamten Rechner blockieren
  4. Keine Softwarefirewall der Welt ist wirklich unangreifbar

Die Hardwarefirewall. Sie hat den großen Vorteil dass sie jenseits der Rechnerressourcen arbeitet, sie verbraucht keinen Ram, keine CPU-Last. Zudem sitzt sie direkt „am Eingang“, und hier wird keine Software zwischengeschaltet sondern die Firewall selbst. Ein Router kann durchaus beschäftigt sein, den gesamten Internetverkehr blockieren bei einem Angriff, der Rechner selber bleibt aber unbeeindruckt, er kann zu der Zeit nur nicht ins Internet, das ist dann auch alles. Der Nachteil an der Hardwarefirewall sind die seltenen Definitionen. Sie kommen, wenn überhaupt, in der Firmware oder im BIOS Update vor.

Stellt sich die Frage, wenn ich eine Hardwarefirewall habe, brauche ich dazu noch eine Softwarefirewall? Generell ist das mit Nein zu beantworten. Dennoch haben viele Hardwarefirewalls einen entscheidenden Nachteil. Sie lassen sich schlecht bis gar nicht personalisieren.
Die Hardwarefirewall entscheidet nach gegebenen Richtlinien, fragt aber nicht nach Programmen die eventuell Zugriff auf das Internet haben wollen. Wer sowas will sollte „Dual“ seine Sicherheit betreiben. Ganz am Anfang die Hardwarefirewall, und im Rechner die Softwarefirewall. Diese kann man mit Leichtigkeit einstellen und gegebenenfalls Programm XY den Zugriff auf das Internet verwehren. Der Vorteil liegt auf der Hand, man wird „live“ gefragt, bekommt also eine Meldung in seinem Betriebssystem, anstatt via Zugriff auf den Router umständlich Regeln einrichten zu müssen.
Aber auch im doppelten Betrieb, zu 100% sicher ist man nie.

Thema doppelter Betrieb. Wenn ich jetzt überlege statt einer Softwarefirewall angenommen zwei oder gar mehrere zu installieren, komme ich dann nicht in den Genuss die Fehler der einen Firewall mit einer anderen zu kompensieren?
Die Intention dahinter ist durchaus richtig, dennoch muss man die Frage mit einem klaren Nein beantworten. Mehrere Firewalls behindern sich gegenseitig im Betrieb, unter ihnen gibt es Konflikte. Das Betriebssystem wird es mit Instabilität und Langsamkeit danken. Gilt nebenbei auch für Virenscanner.

2. Virenscanner

Eine Firewall alleine ist ja gut und schön, heutzutage auch unverzichtbar, aber sie schützt vor vielen Bedrohungen nicht. Ganz vorne stehen da Viren. Na klar fragt beziehungsweise blockt die Firewall (leider auch nicht 100%ig) den Virus insofern er aufs Internet zugreifen will, sie sorgt aber nicht dafür dass er zunächst mal überhaupt auf den Rechner kommt, und auch nicht dass er sich ausbreitet. Wenn angenommen der E-Mail Account (z.B. Outlook) befallen ist wars das mit der Firewall. Outlook darf für sie, natürlich, aufs Netz zugreifen. Und genau hier kommen die Virenscanner ins Spiel.
Angenommen wir laden eine gepackte Datei aus dem Netz in der sich ein Virus befindet. Die Firewall lässt die Pakete zunächst einmal durch. Sobald die gepackte Datei dann aber auf dem Rechner ist wird sie sofort von dem Virenscanner analysiert und gelöscht bevor man überhaupt die Datei entpacken kann. Somit ist der Virus vom Rechner verbannt ohne Schaden anrichten zu können.
Virenscanner bergen aber auch genau die Nachteile wie vorher schon bei der Softwarefirewall genannt, und sicher sind sie auch nicht zu 100%. Auch schützt ein reiner Virenscanner nur vor Viren, aber nicht vor Spyware oder ähnlichen Schädlingen. Hier kommen die sogenannten „Suites“ ins Spiel, sie vereinen den Virenscanner mit zusätzlichen Mechanismen wie z.B. einer Spywareerkennung. Die vollständigen Suites bringen zudem noch die Firewall mit hinein.

Damit kommen wir direkt zum nächsten Thema. Der Frage nach

3. Freeware oder Bezahlprogramme

Als erstes einmal, Freeware muss nicht schlechter sein als ein gekauftes Programm.
Freeware birgt aber Nachteile. Zunächst lassen viele Freewareprogramme nicht die die Konfiguratationsmöglichkeiten der Bezahlvariante zu, zudem ist ein Freeware-Virenscanner auch nur der Virenscanner selber, bietet also keinen Schutz vor anderen Schadprogrammen.
Ähnlich bei der Firewall. Sie ist eine reine Firewall, bietet aber, angenommen, keinen Schutz vor Fishing/Pishing.
Die gekauften Suites vereinen alles zusammen. Einmal Setup ausführen, Rundumschutz. Leider verlangen viele Hersteller zunächst einmal den reinen Kaufpreis, und dann einen Obolus von monatlichen/jährlichen Raten um Updates empfangen zu dürfen.
Dieser Rundumschutz ist aber auch mit Freeware erreichbar, vorausgesetzt man ist bereit neben der Firewall und dem Virenscanner noch diverse andere Programme zu installieren.

Hier mal ein paar Bilder von Kaspersky. Das ist die Internet Security 2011:

Kaspersky Internet Security 2011Kaspersky Internet Security 2011Kaspersky Internet Security 2011
Wie man sieht vereint diese Suite so ziemlich alles was man braucht, oder eben auch nicht. Eine Kindersicherung als Bsp. ist auch in aktuellen Windows Versionen enthalten.

Ähnlich sieht es bei der aktuellen Security Suite von McAfee aus:

McAfee Security SuiteMcAfee Security SuiteMcAfee Security Suite

Es bleibt jedem selbst überlassen für welche Suite man sich entscheidet. Ob Norton, McAfee, Kaspersky oder wie sie alle heissen, sie bieten allesamt einen umfassenden Schutz der weit über reine Virenscanner oder Firewalls hinaus geht. Auch bieten diese Suites „Schutz“ gegen betrügerische Websites. Schutz ist hier aber relativ, sie weisen darauf hin. Norton platziert eine Symbolleiste im Browser, McAfee markiert die Seiten im Browser mit Haken. Die Seiten wurden vorher von den Herstellern geprüft und entweder als attackierend oder als harmlos gekennzeichnet. Grün ist alles ist ok, rot, nun ja.

Aber was ist jetzt wenn ich nicht bezahlen will?

4. Was brauche ich alles?

Firewalls:

  • ZoneAlarm
  • PC Tools Firewall+
  • AVS Firewall
  • Windows 7 Firewall Control (erweiterte Einstellungen der Windows internen Firewall)

Virenscanner:

  • avast! Home
  • Avira Antivir Personal
  • PC Tools Antivirus
  • AVG Free Antivirus
  • Microsoft Security Essentials

Ein paar Screenshots zu Avira:

AntiVirAntiVirAntiVir

Ein „Ausreißer“ sei noch genannt, es gibt auch eine Suite mit der üblichen Standardkost in Sachen Freeware. Die Comodo Internet Security.

Was brauche ich jetzt aber alles gerade in Sachen Freeware?

Zunächst die Firewall. Man kann entweder die Windows interne nehmen oder auf einen anderen Hersteller vertrauen.
Dann natürlich einen Virenscanner. Auch hier liegt es im Auge des Betrachters. Gerade Freewarescanner glänzen nicht unbedingt mit guter Performance. Auch ist z.B. speziell Avira dafür bekannt gerne Fehlalarme auszuspucken.
Das Windows-eigene Tool Windows Defender
zuzüglich SpybotSD und/oder Ad-Aware
Einen Schutz gegen Pishing/Fishing gibt es, meines Wissens nach, nicht.

5. Abschliessend

Eine spezielle Aussage bezüglich der Programmwahl wollen wir hier nicht aussprechen. Erstens ist gerade die Menüführung für jeden entweder übersichtlich oder eben unübersichtlicher. Zweitens hat jedes Programm irgendwo seine Stärken und Schwächen. Avast! hat eine gute Erkennungsrate, glänzt aber nicht gerade mit Performance, Avira wiederum ist „Slim“, glänzt aber mit vielen Fehlalarmen.
Zu sagen sei noch, zuviele Firewallmeldungen können auch kontraproduktiv sein. Gerade nach Neuinstallation „trainiert“ man die Firewall. Zuviele Meldungen stumpfen ab, das kann soweit gehen dass man die Meldungen nicht mal mehr anschaut und einfach nur noch genervt „OK“ klickt. Die Standardeinstellungen, egal ob Freeware oder Bezahlsoftware, reichen für 90% aller User grundlegend aus.
Auch sollte man bedenken dass ein weit verbreitetes Programm eher im Fokus für Angriffe steht als ein nicht so bekanntes Programm.
Speziell sollte man auch „umsichtig“ surfen. Vorsichtig sollte man immer sein wenn eine Seite nicht wirklich Vertrauen erweckt. Auch Virenschleudern wie Downloads sollte man vor dem Herunterladen kritisch beäugen und bei Unsicherheit eher meiden. Auch sind E-Mail Anhänge mit akuter Vorsicht zu genießen, vor allem wenn sie von jemandem kommen dem man nicht vertraut oder den man nicht kennt.

Und um es hervorzuheben:
100%ige Sicherheit gibt es nie!

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Kommentare (3)


Registriert seit:
6.3.2008
Beiträge:
2728
In diesem Post findet ihr 2 Erinnerungskarten zum Thema Sicherheit im Internet. Die erste bezieht sich dabei auf den sicheren Umgang mit eMailanhängen, die zweite mit dem sicherheitsbewussten Verhalten im Internet. Ich empfehle jedem, sich die Karten durchzulesen und sein Surfverhalten eventuell zu überdenken. Wenn ihr Feunde, Familienangehörige oder Bekannte habt, die im Internet nicht versiert sind, wäre es vielleicht eine Option die beiden Karten auszudrucken und neben die Tastatur zu legen.

Sicher ist bekanntlich sicher :)

Anhang 4990


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15.11.2009
Beiträge:
136
Als kostenlose Firewall-Alternative ist auf jeden Fall noch Comodo Personal Firewall (http://personalfirewall.comodo.com) zu nennen.

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13.1.2010
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429
Mehr als die Firewall, die Windows schon mitbringt, braucht ein Privat User in der Regel nicht. Die Lösung ist völlig ausreichend und seit Windows 7 auch ausgereift. Den Rest macht der Router mit der Hardware Firewall(sofern man sinnigerweise einen Router für DSL verwendet). Daher ist ein Kauf oder Installation von Freeware Software Firewalls in diesem Fall völlig unnütz und verlangsamt nur unnötig das System.

Die ganzen aufgequollenen Lösungen die es zu kaufen gibt, diese Rundum Sorglos Pakete, sind meist ihr Geld nicht wert (die Zusatzprogramme), schreiben sich tief in das System rein und machen die Kiste träge ohne dabei effizient gegen Schädlinge vorzugehen. Das beste im Paket ist meist der Antivirus, für den Rest gibt es weitaus bessere und effizientere Freeware Lösungen (Adaware, Spyboot etc.). Daher ist meiner Meinung nach die beste Lösung ein gutes Antivirus Programm zu erwerben und die restlichen Sachen (AntiSpy, Popup Block etc.) mit freien Programmen aus dem Netz zu ergänzen. Günstig und effektiv.

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